Vereinschronik

 

Die Schützengesellschaft „Edelweiß“ Holzhausen wurde am 13. November 1909 unter dem Namen „Zimmerstutzengesellschaft Holzhausen“ gegründet. Vereinslokal war, wie auch bei dem bereits vorher bestehenden „Burschenverein Holzhausen“, der Gasthof Seidl. Die Mitglieder des Burschenver­eins bildeten den Stamm der Schützengesellschaft unter dem 1. Schützenmeister Heinrich Grabner. Auch wenn der Schützenverein heute nicht mehr in Holzhausen beheimatet ist, verweisen der Vereinsname sowie die Abbildung der Leonhardikirche auf der Vereinsfahne heute noch auf den Geburtsort des Vereins.

 

In den ersten Jahren des Bestehens der Gesellschaft entwickelten sich eine bis heute anhaltende gute Beziehung zu den Schützen in Oberteisendorf. Die Anschaffung einer gemeinsamen Teilermessmaschine im Jahr 1913 zeigt, wie eng damals zusammengearbeitet wurde.

In den Jahren des ersten Weltkriegs kam das Vereinsleben zum Stillstand. Doch sofort nach Kriegsende wurden bereits 1919 wieder die ersten Aktivitäten aufgenommen. Die Zahl der Mitglieder schnell auf 63, bei Kriegsbeginn waren es noch 17 gewesen. Der Verein prägte das Dorfleben auch im gesellschaftlichen Bereich. Die bereits damals üblichen Vortel-, Gedächnis- und Hochzeitsschießen sowie das sogenannte „Strohschießen“ im Fasching stellten für die Holzhausener ein gesellschaftliches Ereignis in der noch nicht so schnelllebigen Zeit dar. Mitglieder des Vereins betätigten sich sogar als Laiendarsteller und führten Theaterspiele auf.

 

Gruppenbild von 1920 

 

Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten beendete diese positive Ent­wicklung. 1934 musste der Verein dann sogar aufgelöst werden. Das vorhandene Vermögen des Schützenvereins wurde an die Mitglieder verteilt.

 

Wie bereits nach dem ersten Weltkrieg bemühten sich auch nach Ende des zweiten Weltkriegs einige ehemalige Mitglieder um eine Wiederbelebung der Schützenge­sellschaft. Aber erst am Sylvesterabend des Jahres 1951 war es dann soweit. Unter dem Namen „Schützengesellschaft Edelweiß Holzhausen“ wurde der Verein neu aus der Taufe gehoben. Zum 1. Schützenmeister wurde der Landwirt Stefan Schuhbeck gewählt. Das 1. Vortel konnte dann bereits am 15. März 1952 wieder im Vereinslokal Seidl abgehalten werden.

Bis 1971 wurden die Schießveranstaltungen im Nebenzimmer bzw. im Saal des Gasthauses Seidl abgehalten. Die Stände mussten vor jedem Schießabend auf- und nach dem Schießen wieder abgebaut werden. Umbaumaßnahmen im Gast- und Kurhaus Seidl zwangen den Verein neue Räumlichkeiten zu suchen. Der ursprüngliche Plan eines unterirdischen Schießstand auf dem Grundstück beim Gasthaus Seidl scheiterte. Die Grabungsarbeiten wurden zwar begonnen, mussten aber wegen ungünstiger Bodenbeschaffenheit abgebrochen werden.

In den Jahren 1971/72 konnte eine Schießanlage mit 18 Ständen im Malzkeller des Bräustüberls der Brauerei Wieninger in Teisendorf in Eigenleistung errichtet werden. Mit einem Standeröff­nungsschießen, an dem sich 321 Schützinnen und Schützen aus nah und fern betei­ligten, wurde der Umzug gefeiert. Ab diesem Zeitpunkt beteiligten sich auch immer mehr Jugendlich und Damen aktiv am Schießsport.

 

 

Schießstand Bräustüberlkeller 1972 - 1981 

 

So froh man über eine eigene permanente Anlage in den Anfangsjahren auch war, zeigte sich jedoch nach einigen Jahren, dass die Kellergewölbe im Bräustüberl den Anforderungen einer modernen Schießanlage auf Dauer nicht genügten. Im Jahr 1981 dann wurde das Schulgebäude in Teisendorf modernisiert und erweitert. Dan­kenswerterweise stellte die Marktgemeinde Teisendorf die leerstehenden Räume

im Dachgeschoss des Gebäudes dem Verein auf Mietbasis zur Verfügung. Hier konnte unter gro­ßem materiellem und persönlichem Einsatz der Mitglieder eine den Vorschriften entsprechende moderne Anlage mit 14 Luftgewehr bzw. 10 Zimmerstutzenständen geschaffen werden. Darüber hinaus entstand ein Auswerte- und Aufenthaltsraum. Das erste Vortel wurde schon am 02.10.1981 abgehalten. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung wurde der Schießstand schließlich am 27. Juni 1982 mit einem Kirchenzug, Gottesdienst und Weihe offiziell seiner Bestimmung übergeben. Das Standeröffnungsschießen wurde als Zimmerstutzenschießen vom 26.-28.11.1982 abgehalten. Dieses traditionelle Wettschießen mit dem Zimmerstutzen ist seither mit dem sogenannten „Adventschießen“ zu einem festen Bestandteil des Schützenjahres geworden.

 

Einen Höhepunkt der bisherigen Vereinsgeschichte stellte das Gründungsfest zum 75jährigen Bestehen der Gesellschaft mit Fahnenweihe am 31.05.1984 dar. Es beteiligten sich 36 Schützenvereine, darunter der Patenverein Königlich Privilegierte Feuerschützengesellschaft Teisendorf und 19 Ortsvereine sowie 5 Musikkapellen in Holzhausen an Feldmesse, Festzug und Feierlichkeit im Festzelt. Franz Grabner war der erste Fähnrich. Den Abschluss der Veranstaltungen zum 75jährigen Gründungsjahr bildete das Jubiläumsschießen, ver­bunden mit dem Gedächnisschießen für Alois Seidl sen. Stefan Schuhbeck und Alois Seidl jun., vom 15. – 25. November 1984. Insgesamt 779 Schützen wetteifer­ten um das beste Blattl und die höchste Ringzahl. Die Jubiläumsscheibe gewann unsere Fahnenmutter Else Prechtl mit einem 13,1 Teiler.

 

Ein Erlebnis, an das sich jeder im Verein gern erinnert, war der Schützenausflug vom 19.-20. Juli 1986 nach Hilsenheim. Die Teilnahme am Schützenfest des Schützenverein "Waidmannsheil Hilsenhain" blieb vielen Holzhauser Schützen in angenehmer Erinnerung.

 

Am 23. Mai 1987 übernahmen wir die Patenschaft für das 30jährige Gründungsfest der SG Schönram. Nach zähen Verhandlungen einigte man sich schließlich auf 100 Liter Bier. Mit Freude und Stolz beteiligten wir uns am 2. August 1987 am Gründungsfest mit Standartenweihe der SG Schönram. Die Patenbraut Elisabeth Gasser heftete das Erinnerungsband an die neue Vereinsstandarte.

 

Im Jahr 1988 bat die SG Oberteisendorf um die Patenschaft für ihr 100jähriges Gründungsfest. Am 16. April erschienen die Oberteisendorfer Schützen im Gasthaus Seidl zum Patenbitten. Das Bündnis wurde schließlich mit zwei Hektoliter Bier besiegelt. Eine besondere Bedingung mussten die Oberteisendorfer noch erfüllen, als sie den für das Scheitelknien geschmückten Baumstamm noch zu Fuß von Holzhausen nach Oberteisendorf tragen mussten.

Die Teilnahme am Fest der Oberteisendorfer am 14. August 1988 bei hochsommerlichen Temperaturen forderte den Teilnehmern einiges ab. Andrea Niedermeier übergab als Patenbraut das Erinnerungsband.

 

Anlässlich der 1200-Jahr Feier des Marktes Teisendorf, fand am 12. August 1990 ein großer historischer Festzug statt. Zusammen mit der Leonhardigilde beteiligte man sich mit dem Thema "Ungarneinfall im Jahre 950".

 

Bei der Jahreshauptversammlung 1994 übernahm Markus Eigenherr von Franz Grabner die Aufgabe des Fähnrichs. Die Anschaffung einer Ringlesemaschine war ein lang gehegter Wunsch, der im Jahre 1995 endlich erfüllt wurde. Durch die Ringlesemaschine in Verbindung mit dem Computer wurde die Auswertung der Preis- und Wertungsschießen erheblich vereinfacht.

 

Einer der vorerst letzten Höhepunkte im Vereinsleben war die Patenschaft beim 50jährigen Gründungsfest mit Standartenweihe der Hubertusgilde Eichham-Weildorf. Dem Fest voraus ging ein Patenbitten am 21. Juli 2001 im Landgasthof Seidl, Holzhausen. Unter zahlreicher Beteiligung der Mitglieder beider Vereine konnte nach einer langen Sitzung eine Einigung erzielt werden. Beim Fest am 2. September beteiligten wir uns mit großer Mannschaft und Festwagen.

 

Als erstes Ereignis im Jubiläumsjahr wurde vom 04. bis 07. Februar 2009 erstmals ein Dorfschießen mit Dorfkönig abgehalten. Mit der erfreulichen Zahl von 724 Anmeldungen war das Schießen ein voller Erfolg.

 

Am Leonhardiritt 2009 in Holzhausen nahmen die Holzhauser Schützen erstmalig mit einem vierspännigen Motivwagen teil. Der Wagen war von Mitgliedern des Vereins in Zusammenarbeit mit der Leonhardigilde restauriert worden. Die Teilnahme am Ritt soll fester Bestandteil im Vereinsjahr werden.

 

 

Das Schützenwesen, ursprünglich von den Herrschern zur Verteidigung des Landes gefördert, pflegt zu Recht seine Traditionen. Zwar rückt der sportliche Gedanke immer mehr in den Vordergrund, dennoch ist die Schützen­gesellschaft auch weiterhin bemüht, die Geselligkeit und Kameradschaft zu pfle­gen. An die Stelle der nach der Wiedergründung üblichen Christbaumversteigerung ist nun das vorweihnachtliche Hasenvortel und das Er+Sie Schießen an die Stelle des Strohschießens getreten. Der Überbrückung der Sommerpause dient das soge­nannte Mostschießen und der Vereinsausflug.